Der März war eine große Enttäuschung. Leergefegte Straßen führen zu drastischen Umsatzrückgängen.
Zweistellige Umsatzrückgänge im März. Das Ergebnis lässt sich nicht beschönigen. Die vergangenen Wochen waren für den Modehandel äußerst schwierig. Beinahe jeder Dritte (31%) bewertet den März mit schlecht bis sehr schlecht. 45 % bezeichnen ihn als mittelmäßig. Per 29. März melden die Teilnehmer des TW-Testclubs einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von minus 12 %. Nicht wenige liegen zwischen 20 und 3o % im Hintertreffen. Umgekehrt gibt es natürlich auch Unternehmen, die mit einem Plus aus dem Monat gehen. Sie sind jedoch deutlich in der Minderheit. Rückgänge wurden quer durch die Branche verzeichnet. Bei den Filialisten wie bei Einzelhäusern, im gehobenen Genre wie im Preismarkt.
Die Gründe sind eindeutig. „Wir hatten einen super Start in die Saison. Leider hat das Wetter im März überhaupt nicht mitgespielt, deshalb ist der überaus positive Umsatztrend gebrochen worden”, sagt Arndt Brockmann von Zara Deutschland in Hamburg. Zara gehört dennoch zu den wenigen Glücklichen, die im März über dem Vorjahr liegen.
Hellmut Riebelung, Geschäftsführer von Mast Moden in Gummersbach nennt weitere Ursachen für die Frühjahrsflaute: „Das Ostergeschäft fand nicht statt. Auch Frequenzsteigerungen durch die Ferien haben wir nicht gespürt. Zudem fehlen dem Monat drei Verkaufstage. Veranschlagt man einen Tag mit 4 % Umsatz, ergibt sich eine Einbuße von 12 %.”
Auch das wirtschaftliche Umfeld hätte im März kaum schlechter sein können. Die Börsenkurse rutschten zum Teil drastisch in den Keller. Die Inflationsrate ist über 3 % gestiegen. Benzin, Lebensmittel und Energie sind im März erneut teurer geworden. „Wir hatten im März einen Einbruch. Das Wetter, frühe Ostern und die Ferien als Frequenzkiller sind die Ursachen. Wir vermuten auch, dass die gestiegenen Energiekosten und Nebenkostenabrechnungen für die Mieter die Ausgabefreudigkeit beeinflusst haben”, bestätigt Siegfried Bergmann von Hedemann in Lüneburg. „Man kann nicht wegdiskutieren, dass die Leute gerade in dem Preissegment weniger Geld zur Verfügung haben”, stellt Nico Mousca von Diverso und Jeanshouse in Karlsruhe fest. Am häufigsten jedoch wird auf das Wetter geschimpft. Eisige Kälte, Sturm und Schnee haben den Firmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit sehr leichter Sommermode waren viele Händler nicht für die kalten Tage gewappnet.
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